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Stress und Burnout

Stress ist sowohl ein Gefühl als auch eine biologische Reaktion des Körpers auf unbekannte Situationen oder solche, die wir als als Bedrohung empfinden. Ob und in welchem Umfang wir Situationen als stressvoll empfinden, hängt wesentlich von unseren Erfahrungen und (unbewussten) Denk- und Verhaltensmustern ab.

Chronischer Stress wirkt destruktiv und entsteht aus der Kombination von hohem Selbstanspruch und längerfristiger Überlastung durch dauerhafte Stressoren wie zum Beispiel ständiger Zeitdruck, Arbeitsverdichtung, wahre Email-Fluten, ständige Erreichbarkeit, Lärm oder auch der täglichen Stau auf der Autobahn. Verhindern dazu Freizeitstress, Reizüberflutung durch Medien oder private Probleme die dringend benötigte Erholung von Körper, Geist und Seele, fällt der Körper in einen permanenten Alarmzustand. Chronischer Stress schwächt nachweislich das Immunsystem, führt zu einer erhöhten Infektionsanfälligkeit und kann zu ernsthaften gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen. Begleitend erwächst oftmals eine tiefe emotionale Erschöpfung mit reduzierter geistiger Leistungsfähigkeit. Das Burnout-Syndrom entsteht.

Ein Burnout ist ein schleichender Prozeß, der sich über Monate und Jahre hinweg entwickeln kann. Er kann immer dann auftreten, wenn Menschen sich über einen längeren Zeitraum chronisch überlastet fühlen. Die Auslöser liegen jedoch weder zwangsläufig noch ausschließlich im Berufsleben. Auch emotionale Überbeanspruchung kann zum Burnout führen, wie zum Beispiel als ausweglos empfundene Situationen, große Enttäuschungen oder ein empfundener Kontrollverlust über das eigene Leben.  Zusammenfassend wird ein Burnout durch eine Kombination von äußeren und inneren Stressfaktoren ausgelöst.

Die Symptome sind zunächst unspezifisch:

    • die gefühlte Erschöpfung wird immer größer, ebenso wie der Wunsch nach Ruhe
    • Trotzdem hält man durch:  „Nur noch bis…“ / „Ich kann jetzt nicht krank werden!“
    • Man fährt beim geringsten Anlass aus der Haut, ist verletztlich, schnell angreifbar und kann mit noch so sachlich vorgetragener Kritik nicht mehr umgehen
    • Das Gedächtnis wird zum Sieb, die to-do-Listen immer länger 
    • Die gefühlte Arbeitsbelastung steigt, während gleichzeitig die Motivation sinkt
    • Trotzdem man will und MUSS man ja einen guten Job machen, sich um die Familie kümmern etc.
    • „Ich muss“ wird überhaupt zum geflügelten Wort
    • Pausen werden durchgearbeitet, Nahrungsaufnahme wird zur Nebensache
    • Das Gefühl der eigenen Unzulänglichkeit wird immer größer
    • Schuldgefühle und manchmal auch Scham über das „Versagen“ breiten sich aus
    • Stress und Überforderung überall – nicht nur im Beruf, sondern auch in der Beziehung oder im Freundeskreis, weil Dritte nicht nachvollziehen und würdigen können, was man durchmacht und leistet
    • Und irgendwie gibt es da auch ein Gefühl der inneren Leere und Entfremdung von sich selbst
    • Manchmal kommen auch Ängste dazu, Panikattacken oder zwanghafte Handlungen
    • Und dann macht auch noch der Körper Probleme: jede Erkältung wird mitgenommen, es gibt Herz-Kreislauf-, Haut-, Magen-, oder Rückenbeschwerden, Tinnitus, Hörstürze etc.

Diese Liste ließe sich noch beliebig fortsetzen, denn die Bandbreite von Burnout-Symptomen ist vielfältig und in ihren Ausprägungen höchst individuell. Aber wenn Sie sich hier irgendwo wiedergefunden haben, wissen Sie das ohnehin. Medikamente oder wiederholte kurze Krankschreibungen helfen nur begrenzt, denn sie dämpfen lediglich die Symptome, können aber an den Ursachen nichts ausrichten.

Was also tun? Spätestens, wenn Sie an Wochenenden zwar völlig erschöpft sind, aber irgendwie nicht abschalten können oder der Erholungseffekt eines Urlaubs nicht eintritt oder nur wenige Tage anhält, wird es Zeit innezuhalten und sich aktiv auf zwei Ebenen um sich selbst zu kümmern:

    • Lassen Sie die Ursachen von körperlichen Beschwerden, zum Beispiel im Bereich des Bewegungsapparates, des Verdauungstraktes oder des Herz-Kreislauf-Systems, Schwindel oder Ohrgeräusche ärztlich abklären.
    • Stellen Sie sich und Ihre Bedürfnisse endlich wieder in den Vordergrund. Denn auch wenn Sie das jetzt vielleicht nicht gerne lesen: unabhängig von äußeren Bedingungen, hat ein Burnout sehr viel mit Ihnen selbst tun. Dies zu verstehen und vor allem anzunehmen, ist manchmal schwierig und braucht Zeit. Ich kenne das. Darum hole ich Sie genau da ab, wo Sie stehen:

Gemeinsam

      • Reflektieren wir Ihre aktuelle Situation, Ihre Stressfaktoren, Gedanken und Verhaltensmuster im Stress
      • Schauen wir auf Ihre Lebensziele, Bedürfnisse und insbesondere auf Ihre Ressourcen, also auf das, was Ihre Resilienz, Ihr psychisches Immunsystem, stärken und Sie sowohl bei der Bewältigung Ihrer aktuellen Situation als auch in der Zukunft unterstützen kann.
      • Betrachten wir die Rahmenbedingungen in Ihrem privaten und beruflichen Umfeld und erarbeiten konkrete Schritte zur Verbesserung Ihrer Situation. Denn alle Theorie ist grau, wenn Sie im Alltag mit Zeitdruck, Arbeitsüberlastung oder den vielfältigen und oft widersprüchlichen Anforderungen im Projektgeschäft, als Führungskraft oder Selbstständige(r) umgehen müssen.
      • Entwickeln wir Perspektiven für die Zeit in 3, 6 oder 12 Monaten. In dieser Zeit begleite ich Sie in dem Umfang, den Sie sich wünschen.

Das Ziel dieser Maßnahmen ist nicht, dass Sie ein anderer Mensch werden, sondern der Erhalt Ihrer Gesundheit und Arbeitsfähigkeit durch einen veränderten Umgang mit Ihren Rahmenbedingungen, Ihren Belastungen, und vor allem mit Ihnen selbst.

Gerade im Dauerstress, wenn Zeit ohnehin ein knappes Gut ist, kostet es manchmal Überwindung, sich Unterstützung von außen zu suchen. Und es braucht ein neutrales Gegenüber, das Ihnen keine Ratschläge gibt, sondern Ihnen neue Handlungsmöglichkeiten eröffnet. In meiner Praxis biete ich Ihnen Intensivcoachings zur Burnout-Prävention,  ambulante Burnout-Therapie für Einzelpersonen sowie Stressbewältigungsseminare in kleinen Gruppen.  Wenn Sie mehr wissen möchten, sprechen Sie mich gerne an.

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