Was ist Stress?

Stress ist sowohl ein Gefühl als auch eine biologische Reaktion des Körpers auf unbekannte Situationen oder solche, die wir als als Bedrohung empfinden. Ob und in welchem Umfang wir Situationen als stressvoll empfinden, können wir nicht bewusst steuern, denn hängt wesentlich von unseren (unbewussten) persönlichen Erfahrungen, Denk- und Verhaltensmustern ab, also von der individuellen Bewertung einer Situation. In der Stressforschung wird zwischen positivem Stress (Eustress) und negativem Stress (Distress) unterschieden. Der Körper kennt diese Unterscheidung nicht. Die biologische Reaktion ist immer gleich. Egal, ob Sie ohne Handy-Netz im Stau stehen und gerade einen wichtigen beruflichen Termin verpassen oder ob der Tag Ihrer Traumhochzeit gekommen ist.

Das Gefühl „Stress“

kann durch unterschiedliche Auslöser (auch „Stressoren“ genannt) entstehen. Neben konkreten oder befürchteten Gefahren für Leib und Leben, können dies neue, unbekannte Situationen sein. Aber auch Situationen, die weder das eine noch das andere sind, welche wir aber aus anderen Gründen ablehnen. Ein schönes Beispiel hierfür ist der tägliche Stau auf dem Weg von/zur Arbeit. Während die einen nur genervt sind, sehen andere ihn vielleicht als willkommene Gelegenheit, in Ruhe ein Hörbuch anzuhören.

Fazit: ob wir eine Situation als „stressig“ empfinden oder nicht, wird wesentlich von unseren individuellen und häufig unbewussten Denk- und Verhaltensmuster beeinflusst. Diese sind wiederum abhängig von den im Laufe unseres Lebens erworbenen Erfahrungen, Glaubenssätzen sowie von unserer persönlichen Resilienz.

Wie Sie Ihr Stressempfinden verringern können

Wenn der Anlass es erlaubt, kann ein bewusst anderer Umgang mit einer „stressigen“ Situation enorm entlastend wirken. Wenn Sie zum Beispiel dem erwähnten Stau nicht entkommen können, versuchen Sie einmal, ihn als private Zeit für sich zu sehen, in der Sie ungestört ein Hörbuch oder „Ihre“ gute-Laune-Musik hören und diese dann auch noch lauthals mitsingen können ohne Beschwerden von Beifahrern. Und vielleicht fällt Ihnen ja noch was ganz anderes anderes ein?

Die biologische Reaktion auf das Gefühl „Stress“

Der Körper unterschiedet nicht zwischen „gutem“ und „schlechtem“ Stress: es werden immer Stresshormone ausgeschüttet, um sich auf Flucht oder Kampf vorzubereiten. Für beides wird eine gut ernährte und Skelettmuskulatur benötigt. Relevant sind hier neben anderen Mitspielern, vor allem drei Hormone:

  • Adrenalin baut die in der Leber gespeicherten Zuckerreserven ab und blockiert gleichzeitigdie Insulin-Ausschüttung der Bauchspeicheldrüse. So wird der Blutzuckerspiegel erhöht, um den hohen Energiebedarf der Muskulatur bei Flucht oder Kampf zu decken. Aber Adrenalin kann noch mehr: die Pupillen weiten sich, um den „Gegner“ besser sehen zu können. Die Bronchien werden weiter, die Atmung wird tiefer und schneller, damit dem Körper möglichst viel Sauerstoff zur Verfügung steht. Um diesen schnellstmöglich im Körper zu verteilen, schlägt das Herz stärker und schneller.
  • Derweil baut Cortisol innerhalb der Muskulatur, deren kleinste Eiweißbausteine, die Aminosäuren, in Zucker um für eine schnelle Energieversorgung direkt vor Ort.
  • Als Dritter im Bunde passt Noradrenalin das Volumen der Blutgefäße der Situation an: im Bereich der für Kampf oder Flucht benötigten Körperteile und Organe, also vor allem der Skelettmuskulatur und Lunge, erweitern sie sich für deren optimale Versorgung. Andere Bereiche, die für Flucht oder Kampf nicht relevant sind, wie zum Beispiel der Darm, werden weniger gut durchblutet.

Infolge der verbesserten Durchblutung der Muskulatur erwärmt sich die Körperoberfläche. Einer möglichen Überhitzung wirkt der Körper durch vermehrte Schweißbildung entgegen. Auch das Gehirn passt seine Aktivität der Situation an: die Sinne sind geschärft für blitzschnelle Reaktionen und die Wahrnehmung fokussiert sich auf den Stressauslöser.  Strukturiertes Denken ist jetzt nicht wichtig, denn es dient nicht dem Überleben. 

Falls Ihnen bisher noch nicht klar war, warum Sie bei Stress zu Schweißflecken neigen, zu verstärktem (Süß)-hunger, Gedächtnis- oder Wortfindungsstörungen bis hin zum völligen Blackout – jetzt wissen Sie es.

Wenn Sie zukünftig anders mit stressbelasteten Situationen umgehen möchten, kontaktieren Sie mich gerne. Rufen Sie mich einfach an unter 02292 / 92 81 775 oder schreiben mir eine Mail. Ich freue mich, Sie kennenzulernen.

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