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Was ist Stress?

Stress ist sowohl ein Gefühl als auch eine biologische Reaktion des Körpers auf unbekannte oder als potenziell bedrohlich empfundene Situationen.

Das Gefühl „Stress“

kann durch unterschiedliche Auslöser (auch „Stressoren“ genannt) entstehen. Neben konkreten oder befürchteten Gefahren für Leib und Leben, können dies neue, unbekannte Situationen sein. Aber auch Situationen, die weder das eine noch das andere sind, welche wir aber aus anderen Gründen ablehnen. Ein Beispiel hierfür ist der tägliche Stau auf dem Weg von/zur Arbeit. Während die einen nur genervt sind von der Zeitverschwendung, betrachten andere ihn als Zeit für sich und eine willkommene Gelegenheit, in Ruhe ein Hörbuch anzuhören. 

Fazit: ob wir eine Situation als „stressig“ empfinden oder nicht, können wir nur eingeschränkt bewusst steuern. Denn das individuelle Stressempfinden ist von vielen Faktoren abhängig:  von unseren genetischen Anlagen,  bewussten und unbewussten persönlichen Lebenserfahrungen, Glaubenssätzen, Werten und Verhaltensmustern, also unserer Resilienz, wie auch unseren aktuell begleitenden Lebensumständen. 

Die biologische Reaktion auf das Gefühl „Stress“

In der Stressforschung wird zwischen positivem Stress (Eustress) und negativem Stress (Distress) unterschieden. Der Körper kennt diese Unterscheidung nicht. Die biologische Reaktion ist immer gleich. Egal, ob Sie ohne Handy-Netz im Stau stehen und gerade einen wichtigen beruflichen Termin verpassen oder ob der Tag Ihrer Traumhochzeit gekommen ist: es werden immer Stresshormone ausgeschüttet.Relevant sind hier neben anderen Mitspielern, vor allem drei Hormone:

  • Adrenalin baut die in der Leber gespeicherten Zuckerreserven ab und blockiert gleichzeitig die Insulin-Ausschüttung der Bauchspeicheldrüse. So wird der Blutzuckerspiegel erhöht, um den hohen Energiebedarf der Muskulatur bei Flucht oder Kampf zu decken. Aber Adrenalin kann noch mehr: die Pupillen weiten sich, um den „Gegner“ besser sehen zu können. Die Bronchien werden weiter, die Atmung wird tiefer und schneller, damit dem Körper möglichst viel Sauerstoff zur Verfügung steht. Um diesen schnellstmöglich im Körper zu verteilen, schlägt das Herz stärker und schneller. Der Körper läuft auf Hochtouren.
  • Derweil baut Cortisol innerhalb der Muskulatur, deren kleinste Eiweißbausteine, die Aminosäuren, in Zucker um für eine schnelle Energieversorgung direkt vor Ort, in der Muskulatur.
  • Als Dritter im Bunde passt Noradrenalin das Volumen der Blutgefäße der Situation an: im Bereich der für Kampf oder Flucht benötigten Körperteile und Organe, also vor allem der Skelettmuskulatur und Lunge, erweitern sie sich für deren optimale Versorgung. Andere Bereiche, die für Flucht oder Kampf nicht relevant sind, wie zum Beispiel der Darm, werden weniger gut durchblutet. Das kognitive Denken wird weitestgehend eingestellt, denn es dient nicht dem Überleben. Nur blitzschnelles Reagieren ist gefragt. Letzteres kann und kurzfristig sowohl zu Höchstleistungen treiben als auch insbesondere in Prüfungssituationen zu Gedächtnis- oder Wortfindungsstörungen bis hin zum völligen Blackout führen.

Wenn Sie zukünftig anders mit stressbelasteten Situationen umgehen und sich zum Beispiel von Ihrer Prüfungsangst verabschieden möchten, unterstütze ich Sie gerne. Als neutrales Gegenüber, das Ihnen keine Ratschläge gibt, sondern Ihnen neue Handlungsmöglichkeiten eröffnet.

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